Korrigierter Aufruf

Änderungen und Klarstellung einer Formulierung im Aufruf:

Liebe Leute,
wie wir nun per Mail drauf hingewiesen wurden, gibt es peinliche Fehler in unserem
Aufruf, welche für gerechtfertigte
Verwirrung und Kritik gesorgt haben. Es geht um folgenden Satz:
„Auch wenn nicht alle Männlichkeiten hegemoniale sind, wollen wir sie alle
mit Absicht ausschließen, um auf die Privilegien der Kategorie „Cis-Mann“
aufmerksam zu machen.“

Es muss natürlich heißen „alle Cis-Männlichkeiten“! Wie hoffentlich aus dem restlichen
Aufruf deutlich wird,
wollen wir auf keinen Fall Trans*Männlichkeiten ausschließen!
Wir möchtenuns für diese Formulierung entschuldigen, die uns bei dem hektischen Korrekturlesen nicht aufgefallen ist.

Danke an die aufmerksamen Leser_innen und das Aufmerksammachen!

Viele Grüße
die TBTN Orga!

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Take back the night

Gegen jegliche Zustände, die unsichtbar machen – am Tag und in der Nacht

Wir laden euch, alle Nicht-Cis-Männer*, zu einer Demo ein! Am Abend des 30. April, an dem üblicherweise gefeiert wird, weil alle am 1. Mai frei haben, wollen wir mit euch als Demo auf die Straße gehen. Wir wollen laut und sichtbar werden, um den sexistischen, heterosexistischen, patriarchalen Verhältnissen etwas entgegenzusetzen. Willkommen sind alle, egal wie sie sich definieren, nur eben keine Cis-Männer*.
Auch wenn wir hier als „Wir“ schreiben, ist es uns wichtig darauf hinzuweisen, dass eine Abgrenzung von Cis-Männern* nicht bedeutet, dass alle, die wir hiermit zur Demo einladen, eine einheitliche Gruppe mit gleichen Erfahrungen und Perspektiven sind. Deshalb glauben wir als Orgagruppe auch nicht, für all diejenigen, die keine Cis-Männer* sind, sprechen zu können (1).

Wir leben in einer Gesellschaft, in der spätestens nach der Geburt bestimmte Identitätsstrukturen eines Kindes festgelegt werden. Die familiären Zusammenhänge und die ökonomische Situation der Familie, in die ein Kind hinein geboren wird, haben nach wie vor unmittelbaren Einfluss darauf, ob und wie eine Person Zugang zu gesellschaftlichen Bereichen wie zum Beispiel Bildung hat. Sofort wird bestimmt, ob das Kind able bodied ist oder nicht, ob es weiß ist oder nicht, und es wird festgelegt, welches Geschlecht es hat. In all diesen beispielhaft genannten Kategorien gibt es ein vermeintliches „Normal“ und ein davon abgegrenztes „Unnormal“. Die Einteilung in diese Gegensätze bestimmt fortlaufend die Identität einer Person: Sie gibt Privilegien oder weist Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen als nicht „normal“ klassifiziert werden, eine minderwertige Position in der Gesellschaft zu. Weiß wird automatisch auch als männlich*, ökonomisch unabhängig und able bodied gedacht und stellt somit die am meisten privilegierte Position dar. Diese Position zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie als durchschnittlich und alltäglich vermittelt wird; als etwas, das nie extra benannt werden muss. Eine solche Einordnung und Bewertung von Menschen anhand konstruierter Kategorien strukturieren diese Gesellschaft also hierarchisch. Unterdrückung funktioniert aber nicht nur anhand einzelner Kategorien wie Geschlecht oder Dis*Ability (2), sondern oft als Mehrfachunterdrückung. Das bedeutet, dass eine Reihe ineinander verstrickter Unterdrückungsformen zum Tragen kommen. Das führt z.B. dazu, dass nicht alle als männlich* identifizierten Menschen gleich positioniert sind. Schwarze Männer* sind z.B. in einem weiß-dominierten Kontext weißen Männern gegenüber oftmals weniger privilegiert. Deshalb ist es uns wichtig, dass – auch wenn wir uns hier vor allem auf die Kategorie Geschlecht beziehen – andere wirkmächtige Kategorien und ihre Verschränkungen miteinander immer mitzudenken (3).

Wir haben am Anfang schon erwähnt, dass jedem Kind spätestens nach der Geburt ein Geschlecht zugewiesen wird. Zur Auswahl stehen hier immer lediglich weiblich* oder männlich* – medizinisch definierte Uneindeutigkeiten werden normalerweise sofort operativ angepasst. An dieses vermeintlich biologisch vorgegebene Geschlecht ist die Erwartung gekoppelt, eine entsprechende Geschlechtsidentität anzunehmen. Die Geschlechtsidentität, die Dir von Geburt an vorgegeben wird, bestimmt unmittelbar, welche Position Du in dieser Gesellschaft inne hast. Deine Identität muss entweder männlich* oder weiblich* sein, und diese geschlechtliche Identität strukturiert, wie Du im Kleinen und im Großen dein Leben gestaltest. Welche Verhaltensweisen wurden und werden von Dir erwartet? Wer darf weinen und muss stark sein? Gibt es überhaupt irgendeinen Bereich Deines Lebens, in dem du dich nicht geschlechtlich inszenierst?
Es wird von dir erwartet, eine klar erkennbare Geschlechtsidentität zu haben und dich dementsprechend zu benehmen. Du musst als Frau* oder Mann* erkennbar sein – bist du dies nicht, wirst du dennoch irgendwie ins duale Schema gepresst. Wer gesellschaftlich als uneindeutig wahrgenommen wird, wird unsichtbar, und das bedeutet, marginalisiert und diskriminiert zu werden. Es ist quasi unmöglich, eine Sprache jenseits von Zweigeschlechtlichkeit zu benutzen. Beim Ausfüllen von offiziellen Formularen musst du z.B. immer dein vermeintliches Geschlecht angeben, hast aber fast immer nur nur die Wahl zwischen den Optionen „männlich“ und „weiblich“. Auch in den Medien werden Dir meist nur Frauen* und Männer* präsentiert. Es wird also deutlich, dass unsere Gesellschaft keinerlei Identitäten außerhalb von männlich* und weiblich* zulässt und vorstellbar macht. Du bist folglich ununterbrochen dazu gezwungen, dich und andere zuzuordnen (4).
Zu Deiner geschlechtlichen Identität gehört auch Dein Begehren, Deine Sexualität. Die Einteilung in zwei Geschlechter beinhaltet auch, dass es als „normal“ angesehen wird, dass Du das jeweils andere Geschlecht begehrst, anziehend findest. Dieses heterosexuelle Begehren gilt als „natürlich“. Sexualitäten, die diesem Schema nicht entsprechen, werden als abweichend von der Norm bewertet und behandelt. Obwohl es mittlerweile vermeintlich gesellschaftlich akzeptiert ist, homosexuell zu sein, wird Heterosexualität als Normalität vorausgesetzt und Homosexualität muss durch ein „Coming Out“ immer extra benannt werden. Jegliche anderen Formen von Sexualität werden allerdings nach wie vor gesellschaftlich gar nicht anerkannt. Während alles jenseits von Hetero- oder Homosexualität außerhalb des gesellschaftlich Vorstellbaren liegt, wird auch mit Homosexualität meist ein gewisses Auftreten verbunden: Lesben wird ein nicht-weibliches* und Schwulen ein nicht-männliches* Verhalten zugeschrieben. Zudem wird u.a. homosexuellen Menschen der Zugang zu bestimmten gesellschaftlichen Bereichen, wie z.B. Familienplanung, abgesprochen. So wird z.B. bei heterosexuellen Paaren nicht grundlegend hinterfragt, ob diese in der Lage sind, Kinder zu bekommen und zu erziehen.

Die Einteilung in die zwei Geschlechter diskriminiert nicht „nur“ Menschen, die in diesem Schema als nicht eindeutig wahrgenommen werden, sondern konstruiert auch eine Hierarchie, in der Männer* und Frauen* nicht als gleich bewertet werden. In dieser Hierarchie befinden sich Männer* in privilegierten und Frauen* in diskriminierten Positionen. Doch wie bereits erwähnt strukturiert nicht nur die Kategorie „Geschlecht“ die Gesellschaft auf diese Weise: Mit dieser Kategorie verflochten wirken auch andere Herrschaftsformen, wie z.B. Rassismus, Dis*Ability, Klassismus und Antisemitismus.
Dass in Deutschland viele ökonomisch privilegierte Frauen* keine oder nur noch kaum klassische Hausarbeit machen müssen, heißt auf keinen Fall, dass diese Betätigung gesellschaftlich nicht mehr als „Frauenarbeit“ gesehen wird. Dieser Bereich wird jedoch mittlerweile oft mehrfach diskriminierten Frauen*, u.a. mit Migrationshintergrund, zugewiesen, deren gesellschaftliche Position noch schlechter ist als die einer weißen Frau*.

Wir finden die beschriebenen Verhältnisse unerträglich und wollen mit einer entschlossenen Demo ohne Cis-Männer* praktisch gegen diese Scheiße angehen. Wir wollen einen Raum schaffen, der in dieser Form viel zu selten in dieser Gesellschaft existiert: Einen Raum, in dem ausnahmsweise mal nicht Cis-Männer* in der Überzahl sind, die die Gestaltung in der Hand haben; die privilegiert und dominant sind; die sich ihren Raum nehmen können, wann und wo sie wollen; … Auch wenn nicht alle Cis-Männlichkeiten hegemoniale sind, wollen wir sie alle mit Absicht ausschließen, um auf die Privilegien der Kategorie „Cis-Mann“ aufmerksam zu machen. Die beschissenen Geschlechterverhältnisse bedeuten für Nicht-Cis-Männer* häufig alltägliche Kämpfe, und in diesen Kämpfen – so unterschiedlich sie auch sein mögen – wollen wir uns am 30. April zusammentun und gemeinsam auf die Straße gehen.

Uns ist bewusst, dass die Betonung der Kategorien männlich* und weiblich* und der Ausschluss von Cis-Männern* auch immer eine Art „Stehen-Bleiben“ bedeutet, da so die Kategorien wiederholt und immer aufs Neue hergestellt werden. Irgendwo zwischen radikal dekonstruktivistischen Theoriekonzepten und real erlebten gesellschaftlichen Unterdrückungsmomenten geht es hier vor allem um eine Anerkennung und eine umfassende Kritik der beschriebenen Machtverhältnisse. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der alle Geschlechtsidentitäten gleich bewertet werden oder es die Kategorie Geschlecht gar nicht mehr gibt; du lieben kannst, wen du willst; deine Herkunft keine Rolle spielt; das koloniale Konstrukt von „Rassen“ überwunden ist und allen Menschen eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht wird. Innerhalb der bestehenden Verhältnisse halten wir es aber dennoch für notwendig, die von uns als konstruiert kritisierten Kategorien zu benutzen, um die damit einhergehenden Privilegien und Zwänge benennen und damit bekämpfen zu können.

Seit den 1970er Jahren gab es in Europa zur Walpurgisnacht, der Nacht zum 1. Mai, feministische Demonstrationen und Aktionen. Unter dem Motto „Take back the night“ wurde, unabhängig von diesem Datum, weltweit gegen sexistische und sexualisierte Gewalt und Übergriffe protestiert. Beides sind Bestandteile einer feministischen Geschichte, auf die wir uns beziehen wollen, auch wenn sie z.T nicht unproblematisch sind. Vor einigen Jahren wurde in Oldenburg begonnen, Motto und Datum zusammenzuführen und seitdem gab es dort einige tolle „Take back the night“-Demos ohne Cis-Männer* am Abend des 30. April. Dieses Jahr wollen wir in Hamburg demonstrieren – gegen die gleichen beschissenen Zustände, aber mal in einem anderen städtischen Kontext.

Wir wollen also mit dieser Demo unter dem Motto „Take back the night“ nachts auf die Straßen ziehen – aber ist es nicht ein Mythos, dass die nächtlichen Straßen für Frauen* ein gefährlicher Ort ist? Sicherlich passieren tatsächlich Übergriffe auf Nicht-Cis-Männer* an dunklen Orten, ausgeführt von Unbekannten. Aber wir wollen betonen, dass die sexistischen Strukturen alle gesellschaftlichen Bereiche prägen: Die meisten Übergriffe finden an Orten statt, die hell erleuchtet sind, z.B. Zuhause oder am Arbeitsplatz – und die Täter sind dementsprechend aus dem näheren Umfeld der Betroffenen (5). Weil sich Täter nämlich gar nicht verstecken brauchen: Denn Sexismus ist Normalität! Diese beschissene Normalität und diese Zustände, die am Tag und in der Nacht herrschen, wollen wir angreifen. Wir wollen den Mythos der gefährlichen Nacht dekonstruieren, indem wir in dieser Nacht gefährlich werden!
Wir wollen unsere Positionen deutlich sichtbar machen in diesen unsichtbarmachenden Zuständen!

(1) Cis-Männer: gemeint sind Menschen, die bei der Geburt als männlich* zugeordnet wurden und sich immer noch als Männer* definieren, oder sich mit ihrer Geschlechtsidentität und sozialen Geschlechterrolle noch nie auseinandergesetzt haben.
(2) Dis*Ability: Dieser Begriff bedeutet soviel wie „Behinderung/Nicht-Behinderung“. Wir benutzen den englischen Begriff, weil das Wort „Behinderung“ ganz deutlich den Eindruck eines medizinischen Defekts vermittelt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es „ideale“ Körper gäbe, von denen die anderen abweichen. Für „Ability“ gibt es keine gute deutsche Entsprechung, die das ausdrückt, was sonst nie Erwähnung findet: Die Worte „Ability“ und „able bodied“ bezeichnen die sonst unbenannte Norm.
(3) Schwarz – weiß: Die Begriffe „Schwarze“ und „People of Color“ (kurz: POC) sind positiv konnotierte Selbstbezeichnungen, die sich von kolonial geprägten und/oder rassistischen Fremdbezeichnungen bewusst abgrenzen. Sie beziehen sich nicht auf die Hautfarbe oder die vermeintliche „Ethnizität“ einer Person, sondern stellen politische Selbstpositionierungen und eine widerständige Praxis gegen die Markierung als Nicht-Weiße durch eine Mehrheitsgesellschaft dar. Damit deutlich wird, dass auch „weiß“ keine Beschreibung der Hautfarbe einer Person ist, sondern eine konstruierte Kategorie – und keine kämpferische Selbstbezeichnung – , schreiben wir weiß hier klein und kursiv.
(4) Warum Frauen* und Männer*? Das Sternchen bei Frau*/Mann*, sowie bei männlich*/weiblich*, soll darauf hinweisen, dass wir diese Kategorien als gesellschaftliche Konstruktionen verstehen. Die Auffassung, Geschlechter und Geschlechtsidentitäten seien etwas „natürliches“, lehnen wir ab. Außerdem weist das Sternchen darauf hin, dass wir zwar als eins von 2 Geschlechtern sozialisiert werden, das jedoch nicht bedeutet, dass es nicht auch vielfältige männliche* und weibliche* Identitäten gibt. Z.B. gibt es nicht nur „hegemoniale Männlichkeit“ („hegemonial“ heißt in etwa „vorherrschend“), sondern auch weniger privilegierte oder unterdrückte Männlichkeiten.
(5) Täter – warum nur die männliche* Form?
Da die meisten Täter männlich* sind, verwenden wir hierbei ausschließlich die männliche Form. Damit wollen wir nicht diejenigen übergehen, die betroffen sind von Gewalt durch Frauen*. Wir wollen darauf hinweisen, dass es kein Zufall ist, dass hauptsächlich Männer* in dieser Gesellschaft zu Tätern werden, sondern strukturell bedingt.

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Take Back the Night
− Against all conditions that make (people) invisible – at day and night!
We invite you, all people that are not cis-men* (1), to a demo! On the
30th April, on a day that is usually used to party, because everyone
doesn‘t have to work on the 1st May, we would like to take to the streets
with you. We want to be loud and visible to fight sexist, heterosexist and
patriarchal structures.

Everyone is welcome, no matter how they define themselves, except for
cis-men*. It is important for us to say that we, as the group calling the
demo, are not a unified group just because we separate ourselves from
cis-men*. We do not share the same experiences and perspectives.
As the organizational group we do not claim to be able to speak for all of
those who do not identify themselves as cis-men*.
We live in a society in which the identity structures of a child are
subscribed from birth. The access that a child has to social sectors, for
example education, are directly influenced by the family structure/
situation and the economic position of the family that the child is born
into. It is directly defined at birth whether a child is able-bodied or
not, whether it is white or not and which gender the child is. Supposedly
there are „normal“ and „not-normal“ variants to all these categories. The
divisions caused by these distinctions have a huge affect on the life of
the child: they give some people privilege or definition, other people
are classified as not „normal“, and therefore have a „lower“ position in
society.

White is automatically thought of as male, economically independent and
able-bodied, and offers therefore the most privileged position. This
position is marked by being seen as average and usual; it is shown as
something that has not to be named. The categorisation and rating of
people through constructed categories structure this society into a
hierarchy. Oppression certainly doesn‘t work by using single categories
like gender or dis*ability (2), it often works intersectionally. This
means that many different forms of oppression affect each other. For
example, not all people who identify themselves as men* are positioned the
same. In a white- dominated context Black men* for example are less
privileged than white men*. Therefore it is important for us – even when
we relate to the category of gender to not disregard other efficacious
categories and their interconnections.(3)

At the beginning of this text we mentioned that each child is marked a
specific gender after it is born. Gender is divided in only female* or
male* – medical defined, unclear positions which are usually fixed by
surgery right away. In addition to this, the two so-called biological
sexes are expected to accept the same gender (-identity). The gender
(-identity), which is given from birth on, effects a person’s social
position. Your identity has to be female* or male*, this gender
(-identity) defines how you live your life.

What behavior was expected from you? Who is allowed to cry and who is
allowed to be strong? Is there even any part of your life, in which you
don‘t act in a gender role?

You are expected to have a visible gender and to behave in the way your
gender dictates. You have to be seen as a woman or a man – if you’re not,
you are somehow pushed into the dual system. Whoever is socially not seen
as a part of the female- male scheme is made unseen, this means being
marginalized and discriminated against. It is basically not possible to
use a language that doesn‘t use the two-gender scheme. When filling in
official documents, for example, you have to name your supposed gender,
and mostly have the choice between only „female“ and „male“. Also the
media presents you as women* and men*. It becomes clear, that our society
does not approve any other identity but female* and male*. This is the way
you are permanently forced to relate to yourself and others. (4)

Your social identity also includes your desire, your sexuality. The
division between genders normalizes the attraction between genders and
excludes attraction within genders. This heterosexual desire is set as
„normal“. Sexualities that don‘t fit this scheme are treated and rated as
a deviation from the norm. Even though homosexuality is supposedly
accepted by society, heterosexuality is still set as normal and
homosexuality is marked as something different through, for example, the
„coming out“ process. Every other form of sexuality is still not accepted
by society. While everything besides hetero- and homosexuality is beyond
social-imagination, homosexuality is also often seen in a certain way:
Lesbians are told to have a non- feminine* and gays are told to have a
non-male* behavior. Also homosexual people are denied access to certain
areas of life, for example family planning- so it is not fundamentally
questioned whether heterosexual couples are able to have children or raise
them.

The division into two genders does not discriminate between only people
who are not clearly defined in the system, but it also constructs a
hierarchy, in which men* and women* are not equal. In this hierarchy men*
are in a privileged position and women* are discriminated against. But as
was said earlier it is not only the category of gender that structures
society in this way: Inter-depending with this category are other forms of
rule like racism, dis*ability, classism and anti-Semistism.

It does not mean that even if economically privileged women* in Germany
don‘t have to run the household in a classic way, that this activity is
socially not seen as „womenswork“. Meanwhile this field is assigned to
women* who are discriminated in different ways, e.g. women* which are not
seen as white, for whom their social position is worse than the social
position of a white women*.

We think that the described conditions are unbearable and want to
counteract this crap with a determined demonstration without cis-men*. We
want to create a space, that does not exist often enough in this society:
A space, in which cis-men* are privileged and dominant; who can take their
space whenever and whereever they want;… Even though not all manhood is
hegemonical, we still want to exclude cis-men* on purpose to bring
attention to the privileges of the category „cis-men“. The crappy gender
conditions often mean everyday fights for non-cis-men*, and we want to
ally in these fights – no matter how different they are – on the 30th
April to go on the streets together.

We realise that the emphases on the categories male* and female* and the
exclusion of cis- men* always represent kind of a standing still, because
the categories are repeated and reproduced. This is mainly about
recognizing and criticizing the named power relations, somewhere between
radical deconstructivist concepts of theories and moments of real life
social supression. We wish for a society in which all gender identities
are treated the same, or better still in which the category „gender“
doesn‘t exist anymore; in which you can love whomever you want; in which
your background has no meaning; in which a colonial construct of „race“
has been overcome and every person is able to participate in social
contents. We still think that it is necessary to use the constructed
categories that we criticize to name the associated privileges and
enforcements and to fight those in the existing conditions. In Europe
there have been feminist demonstrations and actions on the Walpurgis night
- the night before the 1st May – since the 1970’s. Independent from this
date, there have been protests worldwide with the slogan „Take Back the
Night“ against sexualised violence and encroachments. Both are parts of a
feminist history, which we want to refer to, even if this history is not
always unproblematic. A few years ago the slogan and the date was put
together in Oldenburg (Germany), and ever since there have been (some
great) „Take Back the Night“ – demonstrations without Cis-men* on the 30th
April. This year we want to demonstrate in Hamburg (Germany) against the
same crappy conditions, but this time in a different city context.

So we want to demonstrate with the slogan „Take Back the Night“ at night –
but isn‘t it a myth, that it is dangerous at night for non-cis-men*?
Surely there are assaults against non-cis-men* in dark places (or
generally at night) by unknowns. But we want to emphasize, that sexist
structures shape all social areas: Most assaults take place in bright
spots, e.g. at home or at work – and therefore the perpetrators know the
person concerned (5). Because the perpetrators don‘t have to hide: Because
sexism is the normality!

We want to seize this crappy normality and these conditions, which are
present at day and night. We want to deconstruct the myth of the dangerous
night by being dangerous at night! We want to make our position visible in
this invisible-making conditions!

(1) Cis-men*: are people who were announced male at birth and who still
define themselves as men*, or who haven‘t disputed their gender identity
and social gender role.

(2) Why women* and men*
We understand women*/ man* and male*/female* as socially constructed
categories, hence the asterisk. We disapprove of the conception of gender
and gender identity as something „natural“. The asterisk also means that
we are socialised with two genders, but this doesn‘t mean that there
aren‘t many male* and female* identities. For example there is not only
„hegemonial manhoods“ („hegemonial means something like „ruling“), but
also less privileged or supressed manhoods.

(3) Black – white
The terms „Black“ and „Peole of Colour“ (short: POC) are positive
connoted self- imposed terms, that are delimited from colonial shaped and/
or racist terms imposed by others, on purpose. Those terms don‘t name the
skin color or a supposed „ethnicity“. In contrast they are politically
self-positoning [Selbstpositionierung] and a resistive practice against
being marked as not- white by the mainstream society. Also „white“ is not
the description of the skin color, but a constructed category – and no
fighting self-imposed term – we write white in cursive and lower-cased
(which makes more sense in German).

(4) Dis*Ability
This term means so much as „Disabled/ Not-Disabled“. We used the English
term in the German text because the German word „Behinderung“ gives the
impression of an medical defect. This means that there is an „ideal“ Body,
from which the others are differed. A „good“ term in German doesn’t exist
for the term „Ability“, which puts it as it is never mentioned: the terms
„Ability“ and „able bodied“ name the described norm.

(5) Perpetrators – why only in the male* form?
Since most perpetrators are men*, we use only the male* form. We don‘t
want to disregard anyone being affected by violence by women*. We want to
point out that it is not a coincidence, that mostly men* become
perpetrators in this society, this is structurally induced.

30th April 2013: Cis-men* free action day in Hamburg (Germany):
from 15:00 Programm in the Rote Flora
19:00 „meeting“ for the demonstration
Afterwards Party at the Plan B

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¡Apoderate la noche!
De día y de noche contra una realidad que nos hace invisibles

Hombres cis: personas que al nacer fueron designadas como hombres, que han seguido definiéndose a sí mismos como hombres y que nunca se han cuestionado ni su identidad de género ni el papel social de género
¿Por qué mujeres* y hombres*?
La “estrellita” tanto en las palabras mujer*/hombre* como en masculino*/femenino* quiere indicar que entendemos esas categorías como construcciones sociales. Rechazamos la idea de que la identidad de género sea algo “natural”. La estrellita alude además al hecho de que sí bien es verdad que estamos socializadxs en uno de los dos géneros, eso no significa que no haya una diversidad de identidades masculinas* y femeninos*.
Agresor – por qué usamos solamente la forma masculina*?Porque la mayoría de los agresores son masculinos* usamos en este contexto exclusivamente la forma masculina*. Con eso no queremos excluir a los hombres víctimas de violencia por parte de mujeres*. Queremos demostrar que no es casualidad que la mayoridad de los agresores sean hombres*, sino que esto está condicionado estructuralmente.
Afrodescendientes, People of Color – blancx
Los términos „afrodescendientes“ y „People of color“ (POC) son autodenominaciones positivas que se distancian conscientemente de las denominaciones de origen colonial y/o racistas. No se refieren al supuesto color de piel sino que definen el posicionamiento en contra de la estigmatización como no-blancxs por parte de una mayoría social. Para aclarar bien que blancx tampoco es una descripción del color de la piel sino un constructo categorial, escribimos la palabra en letras cursivas.
Dis*capacidad
Este término significa tanto “discapacitadx como no discapacitadx”. Normalmente sólo se se menciona la “discapacidad” como un valor absoluto. Con este término queremos remarcar que la “capacidad” es el reverso del concepto de la discapacidad y que ambos términos deben de ser inseparables.

Invitamos a todxs lxs que no son hombres cis a la manifestación del día 30 de abril a las 19.00 horas. Queremos salir a la calle para hacer ruido y ser visibles, para manifestarnos en contra de esta sociedad patriarcal, sexista y heterosexista. Bienvenidxs son todxs – independientemente de como se definan a si mismos – excepto los hombres cis.
A pesar de que escribimos como “nosotrxs” nos es importante decir que a pesar de la distinción que hacemos de “hombres cis”, esto no significa que todxs a lxs que invitamos a la mani vayan a ser un grupo homogéneo con las mismas experiencias y las mismas perspectivas. Tampoco creemos – como grupo de organización – que podamos hablar en nombre de todxs lxs que no son hombres cis.

Vivimos en una sociedad en la que ya desde el nacimiento quedan establecidas ciertas estructuras identitarias del niñx. Las circunstancias familiares y la situación económica de la familia en la que nace el_x_la niñx, influyen aún hoy de forma directa en si una persona tiene acceso, y en que grado, a determinados ámbitos sociales, como por ejemplo la educación. Se determina inmediatamente si el_x_la niñx es capacitadx o discapacitadx, si es blancx o no, y a que género pertenece. A través de todas estas categorías mencionadas se establece una nueva categoría, la de la “Normalidad”. La pertenencia o no y el grado en el que una persona es considerada como “normal o anormal”, determina su situación en la sociedad: se le concede el acceso a privilegios o se la discrimina a una posición inferior en la escala social.
La clasificación y valoración de las personas a través de estos constructos categoriales determinan la estructuración jerárquica de la sociedad. La opresión sin embargo no se basa solamente en categorias aisladas, como el género o la discapacidad. Hay una opresión múltiple, a muchos niveles, que funciona en base a la relación de estas categorias entre sí y en base al contexto en el que tiene lugar. Así por ejemplo, no todas las personas identificadas como “masculinas*” tienen siempre una posición privilegiada. Así por ejemplo hombres* afrodescendientes y hombres* of color que vivan en un contexto dominado por hombres* blancos, disfrutan de una posición menos privilegiada.
Por eso es importante que , aunque aquí nos refiramos sobre todo a la Categoría de género, tengamos en cuenta a esas otras categorías y a la relación que hay entre ellas.

Como ya dijimos anteriormente, ya desde los primeros meses de gestación se les asigna a lxs niñxs la pertenencia a un género: el masculino* o el femenino*. A partir de ahí se espera que se desarrolle una identidad sexual de acuerdo con los parámetros establecidos. Esta identidad sexual determina no solamente la posición que tienes en la sociedad, sino también la conducta que debes de tener de acuerdo con el género asignado. Se espera de tí, que seas reconocible como hombre* o como mujer*. Si no ocurre esto, la sociedad te convierte en „invisible“ y te margina y discrimina. Es prácticamente imposible utilizar un lenguaje que no se base en esta distribución de géneros. Para rellenar formularios oficiales, sólo se pueden utilizar los géneros masculino* y femenino*. En los medios de comunicación sólo se habla de „“hombre*“ o „mujer*“. Nuestra sociedad no imagina ni permite ninguna identidad sexual fuera de la masculina* o femenina*. Esto incluye el deseo sexual. Se espera de tí, que desees sexualmente al alguien del otro género. La sociedad considera la identidad heterosexual como la sexualidad „natural“. Las identidades sexuales que no concuerdan con este esquema se consideran anómalas. A pesar de que hoy en día supuestamente se acepta la homosexualidad, esta tiene que declararse explicitamente a través de un „comingout“ y se considera la conducta de las lesbianas y homosexuales como no-femenina* o no-masculina*. Además se les niega a los homosexuales determinados derechos, como formar una familia.

Esta división en dos géneros no discrimina solamente a las personas que no encajan claramente en este esquema, sino que construye una jerarquía en la que hombres* y mujeres* no son consideradxs iguales. Esta jerarquía privilegia a los hombres* y discrimina a las mujeres*. Además, como ya hemos dicho con anterioridad, a través de esta construcción categorial se manifiestan otras formas de dominación patriarcal, como el racismo, la dis*capacidad, el clasismo y el antisemitismo.
El hecho de que en Alemania muchas mujeres* economicamente privilegiadas apenas tengan que realizar labores domésticas, no significa en ningún caso que estas labores hayan dejado de ser consideradas socialmente como „trabajo de mujeres*“. En este campo trabajan hoy en día muchas mujeres* de origen extranjero, cuya posición social todavía es mucho más baja que la de una mujer blanca.

Esta situación es insoportable y con esta mani sin hombres cis queremos actúar en contra de esta mierda. Pretendemos conseguir un espacio que hoy en día apenas existe en esta sociedad: un espacio en el escepcionalmente los hombres cis no sean mayoría, no sean los que decidan, no sean los privilegiados y los que dominan, los que puedan conseguir los espacios que quieran y cuando quieran. Si bien no todas las masculinidades* son hegemónicas, queremos conscientemente excluirlas a todas para llamar la atención sobre los privilegios de la categoría hombres* cis . La jodida relación entre los géneros significa con frecuencia para los no-hombres* cis una lucha continúa. Para que esas luchas, por muy distintas que sean, se encuentren, queremos salir todxs juntxs a la calle el 30 de abril.

Luchamos por una sociedad en la que la identidad sexual sea igualitaria y en la que incluso desaparezca la categoría de „Género“, en la que puedas amar a quien quieras, en la que tu origen no juegue ningún papel, en la que el constructo colonial de „raza“ sea superado y en la que se posibilite a todas las personas el derecho a participar de todos los privilegios.
Desde 1970 hay el 1 de mayo en toda Europa manifestaciones feministas y diversas acciones. Bajo el lema „Take back the night“ ha habido protestas en todo el mundo, independientemente de esta fecha, en contra de la violencia sexista y sexualizada. Las dos acciones son parte esencial de la historia feminista sobre la que nosotrxs nos queremos apoyar, aunque esta historia no deje de ser en parte problemática. Desde hace algunos años se juntaron en Oldenburg la fecha y el lema y desde entonces hay una estupenda „Take back the night“- manifestación sin hombres* cis el 30 de abril. Este año queremos manifestarnos en Hamburgo.
Queremos manifestarnos por la noche. ¿Pero no existe el mito de que por la noche las calles son peligrosas para las mujeres*? Seguro que hay ataques de desconocidos a no-hombres* cis en sitios oscuros. Aún así queremos dejar claro que las estructuras sexistas están presentes en todos los campos sociales y que la mayor parte de los ataques se producen en sitios que están iluminados, por ejemplo en casa o en el trabajo. Los agresores se encuentran o pertenecen al ámbito cercano a lxs agredidxs ya que los agresores no necesitan esconderse: ¡el sexismo es la normalidad! ¡Queremos atacar esta Normalidad de mierda! ¡Queremos deconstruir el mito de „la noche peligrosa“ siendo nosotrxs esa noche lxs peligrosxs!
¡Queremos hacer, dentro de este marco de relaciones invisibles, nuestra posición claramente visible!

30.April 2012 – día de acción sin hombres* cis
A partir de las 15 horas programa en la Rote Flora
Allí nos reunimos a las 19 horas para la manifestación
Después: fiesta